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Verpasste Chance: Ständerat lässt Probleme rund ums Feuerwerk ungelöst

Bern, 3. Juni 2026 – Der Ständerat ist heute dem Nationalrat gefolgt und hat einen ungenügenden Gegenvorschlag zur Initiative "Für eine Einschränkung von Feuerwerk" beschlossen. Damit würde lautes privates Feuerwerk weitgehend ungeregelt bleiben – trotz klarer Belastungen für Mensch, Tier und Umwelt und einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung für wirksame Einschränkungen. Ein Rückzug der Initiative rückt unter diesen Bedingungen in weite Ferne. 

Der Ständerat lehnt die von seiner Kommission vorgeschlagene Regelung einer Abbrandbewilligung für Feuerwerkskörper der Kategorie F3 und F4 ab. Für Philipp Ryf vom Trägerverein der Initiative ist dieser Entscheid unverständlich: «Mit Symbolpolitik kommen wir nicht weiter. Rund um Silvester und den 1. August erleben wir jedes Jahr dasselbe: tagelange Knallerei, gefährliche Situationen, Verletzungen und Brände – verbunden mit massiven Belastungen für Anwohnende, Einsatzkräfte sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere. Wer Rücksicht ernst nimmt, begrenzt lautes Privatfeuerwerk wirksam und überlässt das Zünden von Feuerwerk risikoreicher Kategorien den Profis. Alles andere lässt die Probleme bestehen.» 

Das bestätigte Böllerverbot greift entschieden zu kurz. Sogenannte Böller machen nur einen kleinen Bruchteil der Feuerwerkskörper aus, die Lärm verursachen. Die Kommissionsmehrheit der WBK-N hatte ursprünglich vorgeschlagen, zumindest die Ausweis- und Erwerbsscheinpflicht auf Feuerwerk der Kategorie F3 auszuweiten. Damit hätte sie die Sicherheit erhöht und gleichzeitig einen grösseren Teil der lauten Feuerwerkskörper eingeschränkt. «Dass die beiden Parlamentskammern diesen wirksamen Kern nicht aufnehmen, ist eine verpasste Chance: Ohne klare Begrenzung bleibt der Lärmpegel hoch und die Sicherheitsrisiken bestehen. Zudem dauern die Belastungen für Mensch und Tier an», so Philipp Ryf. 

Die Bevölkerung wünscht sich weitergehende Schritte. Die Volksinitiative sieht vor, lautes privates Feuerwerk einzuschränken, während grosse öffentliche Feuerwerke weiterhin möglich bleiben. Auch leise Feuerwerkskörper wie Vulkane wären nicht betroffen. Eine repräsentative gfs.bern-Befragung zeigt, dass 68 % der Stimmberechtigten die Initiative unterstützen – über Parteigrenzen hinweg. Die Meinungsbildung ist zudem gefestigt. Angesichts des Entscheids des Ständerates für einen ungenügenden Gegenvorschlag wird die Stimmbevölkerung über eine Einschränkung von Feuerwerk entscheiden müssen. 

Zusätzliche Informationen   
Bevölkerungsbefragung von gfs.Bern: https://cockpit.gfsbern.ch/de/cockpit/feuerwerksinitiative-def/